Escuela Campesina Alternativa


Der Zweck unseres Vereins ist es, die Lebenssituation sozial benachteiligter und kranker Kinder in Peru zu verbessern. Pomabamba, eine ländliche Gemeinde in Cajamarca, der zweitärmsten Region Perus, ist der Ausgangspunkt für unsere Hilfe. Wir verfolgen mit unserer Hilfe einen integrativen Ansatz. Das bedeutet, dass die Menschen vor Ort eingebunden, bei dem die Menschen vor Ort stark in die Bestimmung der Art der Hilfe und auch die Realisierung der daraus entstehenden Projekte eingebunden. In regelmäßigem Abstand wird eine Analyse der Problemlage der Bewohner Pomabambas durchgeführt und gemeinsam mit den Bewohnern bestimmt, wie zu einer Verbesserung der Situation beigetragen werden kann. Aus den Ergebnissen der Analyse werden anschließend Ziele abgeleitet und Pläne entwickelt, wie diese zu erreichen sind. Aus der Realisierung der Pläne erwächst seit dem Start unserer Hilfe das Projekt „Escuela Campesina Alternativa“ (dt. ländliche, alternative Schule, kurz ECA). Der Name macht bereits auf den starken Bildungsfokus der bisherigen Anstrengungen aufmerksam, jedoch gehört zum Projekt weit mehr als das, was man im Allgemeinen unter einer Schule versteht. Im Folgenden erhalten Sie Informationen über die Ansatzpunkte für unsere Hilfe, die dabei verfolgten Ziele und das, was bisher erreicht werden konnte.

Der Ort unseres Projekts: Pomabamba.

Ziele


Erreichtes
Bereits Anfang 2006 wurde ein 2 300 m2 großes Grundstück im Zentrum Pomabambas gekauft. 2008 wurde mit dem Bau der geplanten Gebäude begonnen. 2015 wurde der Bau weitgehend abgeschlossen. Beim Bau wurde darauf geachtet, Materialien, Arbeits- und Fachkräfte aus Pomabamba und Umgebung zu nutzen, um auch so die Bevölkerung unterstützen zu können und eine optimale Integration des Projekts in die Gemeinde und eine Anpassung der Bauten an die Gegebenheiten des Ortes sicherstellen zu können. Es wurden auch Zisternen angelegt, welche mit einfachsten Mitteln gebaut wurden, und seitdem erfolgreich dazu beitragen, eine ausreichende Wasserversorgung auch in Zeiten der Trockenheit sicherzustellen. Die Zisternen stellen für die Menschen vor Ort ein zukunftsweisendes Konzept zum Selbstnachbau für die eigene Wasserversorgung dar.

Geplantes
– Kleinere Arbeiten im Sanitär- und Küchenbereich, um zukünftig eventuell auch ein gemeinsames, gesundes Mittagessen für Kinder und Jugendliche anbieten zu können
– Eine ökologische Toilette, die ohne Wasser auskommt, um Wasser zu sparen und so ein weiteres Konzept zur Sicherung der Wasserversorgung den BewohnerINNen Pomabambas nahezubringen

Ausgangspunkt
Ein wesentliches Problem der Kinder und Jugendlichen vor Ort ist es, dass sie häufig in der Schule fehlen, da sie auf dem Feld helfen müssen, um die Familie durchzubringen. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass es viele AnalphabetINNen in Pomabamba gibt. Viele schließen die Schule nicht oder nur mit schlechten bis mäßigen Ergebnissen ab. Dies erschwert es den jungen Menschen, eine angemessene Berufsausbildung zu erlangen. Doch auch der Schulunterricht selbst ist selten so auf die Kinder und Jugendlichen abgestimmt, dass sie möglichst viel daraus mitnehmen. Häufig fehlt der Lebensweltbezug vollkommen und den Kindern und Jugendlichen bleibt weitgehend unklar, warum sie Bestimmtes wissen und können sollten. Auch die Hausaufgaben können aufgrund der Wissenslücken in vielen Fällen nicht oder nur mit großen Mühen bewältigt werden.

Erreichtes
Jeden Nachmittag unter der Woche kommen circa 35 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren, um am „alternativen“ Schul(-hilfs-)programm der ECA teilzunehmen. Die Kinder und Jugendlichen besuchen alle die reguläre, staatliche Schule im Nachbarort. Sie erhalten im Rahmen des Programms der ECA Hilfe bei Ihren Hausaufgaben und dem Lernen darüber hinaus. „Alternativ“ heißt das Programm, weil es nicht den klassischen Frontalunterrichtsansatz verfolgt, sondern gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen auf einer Augenhöhe, häufig projekt- beziehungsweise problemzentriert, Wissen und Fertigkeiten aufbaut. Auf diese Weise erhalten die Kinder nicht nur ein Verständnis des Lerngegenstands, sondern auch ein Verständnis dafür, warum und in welchem Kontext es wertvoll ist, … zu wissen beziehungsweise zu können. „Alternativ“ heißt das Programm aber auch, weil die Kinder neben den Schulinhalten auch andere, häufig praktische Inhalte bearbeiten. Dazu gehört beispielsweise gesunde Ernährung, Hygiene, einfache, medizinische Versorgung, Ökologie und Naturschutz, der Anbau von Nutzpflanzen, die Entwicklung moderner Lösungen für Probleme der Region, wie eine Zisterne, Basteln und Backen, der Aufbau kleiner Unternehmungen, wie das Herstellen und Verkaufen von Pralinen, die Organisation von kleinen Festen für die Gemeinde, das Einüben von Theaterstücken und Tänzen, das Lesen von Geschichten, häufig aus der Region, in der projekteigenen Bibliothek etc. Der Hintergrund dieser Programminhalte ist es, den Kindern und Jugendlichen essentielle(s) Werte, Fertigkeiten und Wissen zu vermitteln, wie ein Bewusstsein für den Wert der eigenen Umwelt und Kultur, welche nicht der Teil der regulären Schulausbildung sind. Die Kinder und Jugendliche scheinen sehr viel Spaß am Programm zu haben – alle kommen freiwillig – und auch die Schule bescheinigt den Kindern und Jugendlichen, die am Programm teilnehmen, dass sie vorbildliche Leistungen in der Schule erreichen. Viele konnten mithilfe der ECA die Schule bereits erfolgreich abschließen. Ein Junge konnte sogar an ein Universitätsstudium herangeführt werden, um Lehrer zu werden.

Ausgangspunkt
Einen Kindergarten gibt in Pomabamba nicht. Dies zieht nach sich, dass die Kinder meist vollkommen unvorbereitet in die Schule kommen und infolgedessen Probleme haben, in der Schule mitzukommen. Wichtige Fertigkeiten, wie der Umgang mit Stiften oder mit anderen Kindern, können nur begrenzt geübt werden. Darüber hinaus haben so auch die Eltern nur wenig Freiraum für ihre Arbeiten, welche jedoch häufig überlebensnotwendig sind.

Erreichtes
Seit über fünf Jahren wird im Rahmen der ECA ein Kindergartenprogramm durch professionell ausgebildetes Personal, angelernte Personen aus dem Ort und Freiwillige aus Deutschland und Peru durchgeführt. Circa 20 Kinder im Alter von 3 bis 5 strömen an jedem Tag unter der Woche in den Kindergarten. Die Eltern sind sehr dankbar für die Entlastung und auch die Kinder haben große Freude am Kindergarten. Die Grundschule bescheinigt den Kindern, welche den Kindergarten besucht haben, zudem, dass sie dem Schulstoff bestens gewachsen sind und einen Vorsprung vor Kindern haben, welche den Kindergarten nicht besuchen. Auch die Behörden Cajamarcas haben das Programm als vorbildlich und fortschrittlich bewertet.

Erreichtes
Durch Zisternen, einen Nutzgarten, ein Gewächshaus und mehrere Felder auf dem Projektgrundstück kann das Projekt schon jetzt die eigene Wasserversorgung und teilweise auch den Eigenbedarf an Nahrungsmitteln für Mahlzeiten für Kinder, Jugendliche und MitarbeiterInnen sicherstellen. Auch einige Produkte, welche sich zur Refinanzierung eignen, wie Gemälde, Geschichtenbücher oder Handpuppen, konnten bereits hergestellt und teilweise auch erfolgreich veräußert werden. Das Anlernen und Schulen von Personal aus Pomabamba für die Projektarbeit ist sehr erfolgreich und bewirkt darüber hinaus, eine verstärkte Integration des Projekts in die Gemeinde. Hortencia, eine junge Mutter aus Pomabamba, arbeitet beispielsweise schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich im Projekt mit und hat sich dabei auch selbst in beträchtlichem Maße weiterentwickeln können.
Hilfe bei (Lern-)Behinderungen
Bei Feststellung von Behinderungen werden die Kinder und Jugendlichen stärker unterstützt. Gegebenenfalls wird auch eine medizinisch oder psychologisch ausgebildete Person hinzugezogen. Außerdem werden Hilfsmittel, wie Hörgeräte und Brillen, bereitgestellt. Dies war bisher allerdings fast noch nie erforderlich.

Fachärztliche Untersuchungen und Impfungen etc.
Dies soll in Zukunft verstärkt angeboten werden, erfolgte bisher aber nur in wenigen, dringenden Fällen, da die Kosten sehr hoch sind. Bei den bisherigen Maßnahmen wurden wir vom Verein „Esperanza para niños – Hoffnung für Kinder e. V.“ aus Aschaffenburg unterstützt, welcher die Finanzierung weitgehend übernahm und dem wir dafür sehr dankbar sind.

Förderung der Jugendlichen / jungen Erwachsenen zum Erhalt einer guten Berufsausbildung über die Maßnahmen im Rahmen des Schul(-hilfs-)programms hinaus
In Einzelfällen gelang es bereits, Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene an eine gute Berufsausbildung oder gar ein Studium heranzuführen. Dies soll in Zukunft noch stärker forciert werden. Auch über die Schaffung eigener Lehrwerkstätten denken wir nach.

Einbezug und Verknüpfung der Frauen Pomabambas
Durch kleine Projekte, wie das gemeinsame Anfertigen von Finger- und Handpuppen, konnten die Frauen der Gemeinde Pomabamba verstärkt miteinander verknüpft werden. So konnte der Zusammenhalt der Frauen, aber auch das Selbstbewusstsein der Frauen gesteigert werden, da sie sich mit dem Verkauf der Puppen selbst Geld hinzuverdienen konnten.